Worum es bei dieser Entscheidung wirklich geht
Wer im deutschsprachigen Raum nach einer HubSpot Alternative sucht, hat meistens schon eine konkrete Erfahrung gemacht: Das kostenlose CRM war hervorragend, das Team hat sich daran gewöhnt, und dann kam die erste ernsthafte Rechnung.
Das ist kein Zufall und kein Versehen. Es ist das Geschäftsmodell. HubSpot gewinnt Kunden über ein wirklich gutes kostenloses Produkt und verdient Geld, sobald das Unternehmen wächst. Für viele Firmen funktioniert dieser Handel. Für andere wird er irgendwann zum Problem.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, welches System „besser“ ist. Beide sind ausgereift. Die Frage lautet: Welches System passt zu Ihrer Wachstumskurve, Ihrer Datenbankgröße und Ihren regulatorischen Anforderungen?
Bei Svennis Cloud Solutions arbeiten wir seit 2011 als Zoho Premium Partner, der höchsten Partnerstufe, und haben über 200 CRM-Projekte in Europa umgesetzt. Wir haben Unternehmen von HubSpot zu Zoho migriert und in einzelnen Fällen davon abgeraten. Beides kam vor.
Dieser Vergleich enthält deshalb auch die Fälle, in denen HubSpot die richtige Wahl ist. Alles andere wäre für Sie wertlos.
Die Kontakt-Preisfalle: Warum kostenlos nicht kostenlos bleibt
Der wichtigste struktureller Unterschied zwischen beiden Anbietern ist nicht der Preis pro Nutzer. Es ist die Abrechnungsgrundlage.
Zoho rechnet nach Nutzern ab. HubSpot rechnet im Marketing Hub nach Kontakten ab. Dieser Unterschied entscheidet über Ihre Kosten in drei Jahren.
HubSpot: die Preisstufen
- Free CRM: 0 € - eingeschränkter Funktionsumfang, HubSpot-Branding in Formularen und E-Mails
- Starter: 15 €/Nutzer/Monat - Branding entfällt, einfache Automatisierung
- Professional: 90 €/Nutzer/Monat - hier landen die meisten wachsenden Unternehmen. Sequenzen, individuelle Berichte, Workflows
- Enterprise: 150 €/Nutzer/Monat - erweiterte Berechtigungen, prädiktives Lead-Scoring
Die eigentlichen Kosten entstehen jedoch in den Hubs, die separat berechnet werden:
- Marketing Hub Professional: 792 €/Monat, enthalten sind 2.000 Marketingkontakte. Jede weiteren 5.000 Kontakte kosten 225 €/Monat
- Service Hub Professional: 90 €/Nutzer/Monat
- Operations Hub Professional: 720 €/Monat
Ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitenden, das Sales, Marketing und Service auf Professional-Niveau nutzt, zahlt schnell 4.000 bis 6.000 € pro Monat.
Zoho: die Preisstufen
- Zoho CRM Enterprise: 40 €/Nutzer/Monat, also 800 €/Monat bei 20 Nutzern
- Zoho One (über 50 Anwendungen): 37 €/Nutzer/Monat, also 740 €/Monat bei 20 Nutzern
Mit Zoho One erhalten Sie CRM, Marketing-Automatisierung, Helpdesk, Projektmanagement, Buchhaltung, Personalverwaltung und rund 45 weitere Anwendungen für weniger als HubSpots CRM allein kostet.
740 € gegenüber 4.000 bis 6.000 € im Monat bei vergleichbarem Funktionsumfang. Über ein Jahr sind das 40.000 bis 63.000 €.
Warum das im deutschen B2B besonders zuschlägt
Deutscher Mittelstand pflegt oft über Jahre gewachsene Adressbestände: Messekontakte, Newsletter-Abonnenten, ehemalige Kunden, Interessenten aus Fachmessen. Datenbanken mit 30.000 bis 80.000 Kontakten sind bei Unternehmen mit 30 Mitarbeitenden keine Seltenheit.
Bei einer nutzerbasierten Abrechnung ist das irrelevant. Bei einer kontaktbasierten Abrechnung ist es der Kostentreiber. 50.000 Marketingkontakte bedeuten bei HubSpot allein rund 2.160 € monatlich zusätzlich zu den Nutzerlizenzen, und diese Kosten steigen mit jedem erfolgreichen Messeauftritt.
Das ist die Situation, in der uns Unternehmen typischerweise kontaktieren: Das CRM funktioniert, aber die Kosten wachsen schneller als der Umsatz.
Funktionsvergleich: Bedienkomfort gegen Tiefe
Wir halten uns hier kurz, weil Funktionslisten selten die Entscheidung treffen. Wichtiger ist, wo die jeweiligen Stärken liegen.
Wo HubSpot besser ist
- Bedienoberfläche: HubSpot ist erkennbar sorgfältiger gestaltet. Neue Mitarbeitende finden sich schneller zurecht.
- Marketing-Werkzeuge aus einem Guss: Landingpages, E-Mail und Formulare greifen nahtlos ineinander.
- Inbound-Reporting: Die Zuordnung von Marketingaktivitäten zu Umsatz ist ausgereifter.
- Onboarding ohne Partner: Ein kleines Team kann HubSpot ohne externe Hilfe einführen.
Wo Zoho besser ist
- Anpassungstiefe: Individuelle Module, Blueprint-Prozesssteuerung und serverseitige Funktionen erlauben Abbildungen, die HubSpot nicht vorsieht.
- Funktionsumfang pro Euro: Zoho One deckt Bereiche ab, für die sonst fünf separate Abonnements nötig wären.
- Integrationsfähigkeit: Offene APIs und ein ausgereiftes Erweiterungs-Ökosystem. Wir haben unter anderem SAP Business One und PrestaShop angebunden.
- Preisstabilität bei Wachstum: Mehr Kontakte bedeuten keine höhere Rechnung.
Vereinfacht: HubSpot ist angenehmer zu bedienen, Zoho lässt sich weiter treiben. Wenn Ihre Prozesse dem Standard entsprechen, ist der Komfort mehr wert. Wenn sie es nicht tun, ist die Tiefe entscheidend.
DSGVO, Serverstandort und Auftragsverarbeitung
Für Unternehmen im deutschsprachigen Raum ist dieser Punkt häufig kein Nebenaspekt, sondern das Ausschlusskriterium, besonders im Gesundheitswesen, im öffentlichen Umfeld und bei Finanzdienstleistern.
Beide Anbieter stellen Auftragsverarbeitungsverträge bereit und beide bieten EU-Rechenzentren an. Der Unterschied liegt in den Details:
- Zoho betreibt EU-Rechenzentren in Amsterdam und Dublin. Bei einem EU-Konto verbleiben die Daten dort. Zoho finanziert sich vollständig über Softwarelizenzen und betreibt kein Werbegeschäft, was die Frage nach der Datenverwertung deutlich vereinfacht.
- HubSpot bietet EU-Hosting ebenfalls an, allerdings nicht in allen Tarifen und Produktbereichen gleichermaßen. Das gehört auf die Prüfliste, bevor Sie unterschreiben, nicht danach.
Wichtig für die interne Abstimmung mit Datenschutzbeauftragten: Der Serverstandort allein beantwortet die Frage nicht. Entscheidend ist zusätzlich, welche Subunternehmer eingebunden sind und wohin Support-Zugriffe erfolgen. Wir dokumentieren das in jedem Projekt, weil es in Freigabeprozessen regelmäßig abgefragt wird.
Buchhaltung: DATEV, Lexoffice und sevDesk
Dieser Punkt fehlt in den meisten internationalen Vergleichen, entscheidet aber im DACH-Raum häufig über den Projekterfolg.
Ein CRM, das nicht mit der Buchhaltung spricht, erzeugt doppelte Datenpflege. Im deutschsprachigen Raum bedeutet das in der Praxis DATEV, Lexoffice oder sevDesk, in der Schweiz zusätzlich Abacus und bexio.
Weder Zoho noch HubSpot bringen diese Anbindungen ab Werk mit. Der Unterschied liegt darin, wie aufwendig es ist, sie herzustellen. Zohos offene API und die Zoho-Flow-Automatisierung machen solche Verbindungen zu einem überschaubaren Projekt. Wir haben genau dafür Integrationen gebaut und betreiben sie im laufenden Betrieb:
- DATEV und Zoho verbinden
- Lexoffice und Zoho verbinden
- sevDesk und Zoho verbinden
- SAP Business One und Zoho CRM verbinden
Von unseren fünf im Zoho Marketplace veröffentlichten Erweiterungen sind alle mit fünf von fünf Sternen bewertet. Das ist der praktische Beleg dafür, dass diese Arbeit zu unserem Alltag gehört und nicht zu unseren Absichtserklärungen.
Migration von HubSpot zu Zoho: was realistisch zu erwarten ist
Die häufigste Sorge lautet: Wir verlieren unsere Daten oder unsere Historie. Nach unserer Erfahrung ist das nicht das eigentliche Risiko.
Was unkompliziert übertragen wird
- Kontakte, Unternehmen, Deals und deren Zuordnungen
- Individuelle Felder, sofern die Feldtypen sauber zugeordnet werden
- Notizen, Aufgaben und E-Mail-Verlauf
- Pipelines und Deal-Phasen
Was Aufwand verursacht
- Workflows. Automatisierungen lassen sich nicht exportieren. Sie werden in Zoho neu aufgebaut. Das ist meist der größte Einzelposten.
- E-Mail-Vorlagen. Übertragbar, aber das Layout muss nachgezogen werden.
- Berichte und Dashboards. Werden neu erstellt, was in der Regel sinnvoll ist, weil ein Teil der Altberichte ohnehin nicht mehr genutzt wird.
- Gewohnheiten des Teams. Der am häufigsten unterschätzte Punkt. Deshalb gehört Schulung in jedes Projekt.
Ein typisches Projekt dieser Art dauert bei uns vier bis acht Wochen vom Start bis zum produktiven Betrieb. Wir haben unter anderem ein Vertriebsteam mit 50 Personen in vier Wochen migriert. Der Bericht dazu steht in unserem englischsprachigen Blog unter CRM migration in four weeks.
Ein ehrlicher Hinweis: Wenn Ihr Unternehmen stark auf Inbound-Marketing ausgerichtet ist, das Marketing-Team täglich in HubSpot arbeitet und die Kosten tragbar sind, ist eine Migration selten wirtschaftlich. Wir sagen das auch in Erstgesprächen.
Fazit: Wann welches System sinnvoll ist
HubSpot ist die bessere Wahl, wenn
- Inbound-Marketing Ihr wichtigster Vertriebskanal ist
- Ihr Team klein ist und Ihre Kontaktdatenbank überschaubar bleibt
- Sie ohne externen Partner starten wollen
- Ihre Prozesse dem Standard entsprechen und Bedienkomfort wichtiger ist als Anpassbarkeit
Zoho ist die bessere Wahl, wenn
- Ihre Kontaktdatenbank schneller wächst als Ihr Team
- Sie mehr als nur ein CRM benötigen und Werkzeuge konsolidieren wollen
- Sie Anbindungen an DATEV, Lexoffice, sevDesk, SAP oder Ihren Onlineshop brauchen
- Ihre Prozesse vom Standard abweichen
- Der Serverstandort in der EU und die Datenverwertung Freigabekriterien sind
Wenn Sie in einer laufenden Ausschreibung stehen, ist der aussagekräftigste Vergleich nicht die Funktionsliste, sondern die Gesamtkosten über drei Jahre bei Ihrer erwarteten Kontaktzahl. Diese Rechnung fällt regelmäßig deutlicher aus als erwartet, in beide Richtungen.
Für den Vergleich mit dem dritten üblichen Kandidaten haben wir eine eigene Analyse erstellt: Zoho CRM vs Salesforce. Einen Überblick über den deutschen Markt insgesamt finden Sie unter Die besten CRM-Systeme für Unternehmen in Deutschland.
Nächste Schritte
Wenn Sie eine belastbare Gegenüberstellung für Ihre konkrete Situation brauchen, rechnen wir sie mit Ihnen durch: Nutzerzahl, Kontaktbestand, benötigte Hubs oder Zoho-Anwendungen, Migrationsaufwand.
Wir sind Zoho Premium Partner und beraten aus der EU, in der mitteleuropäischen Zeitzone. Beratung und Umsetzung erfolgen auf Deutsch und Englisch.
- Zoho CRM Implementierung
- Zoho One für Unternehmen
- Zoho Partner Deutschland
- Zoho Partner Schweiz
- Zoho Partner Österreich
Ein Erstgespräch ist kostenlos und dient der Einschätzung, nicht dem Verkauf. Falls HubSpot für Sie die richtige Wahl ist, sagen wir Ihnen das.